Was ist der Dialogprozess?
„Wir schlagen vor, gemeinsam zu erkunden,
was jeder von uns sagt, denkt, fühlt,
darüber hinaus aber auch
die tieferliegenden Beweggründe, Annahmen und Glaubenssätze,
die dieses Sagen, Denken, Fühlen
bestimmen.“
(David Bohm)
Der Dialogprozess – so wie ich ihn verstehe – ist ein Arbeits- und Lebensprinzip, kaum in Worten beschreibbar, man muss ihn erleben.
Der Dialogprozess ist mehr als ein Gespräch. Er ist eine Haltung und meint: gemeinsames Denken, Achtsamkeit, Gewahrsein, Respekt und „von Herzen reden“.
Seine Wurzeln reichen zurück bis zu dem Philosophen Martin Buber und dem Quantenphysiker und Nobelpreisträger David Bohm.
Im Dialogprozess sind wir als Teilnehmende herausgefordert, die eigenen Ansichten erst einmal „in der Schwebe zu halten“, ihnen sozusagen eine Ruhepause zu verordnen.
Immanentes Ziel im Dialogprozess ist es, die automatischen Kettenreaktionen, die aus unseren im Unbewussten gespeicherten Mustern entstehen, zu durchbrechen – durch Verlangsamung und geübte Achtsamkeit quasi das eigene Denken zu beobachten.
Aus der respektvollen Hinwendung zum anderen entsteht die Bereitschaft, uneingeschränkt und vorurteilsfrei zuzuhören.
Somit begegnen wir uns nicht in erster Linie als Wissende, sondern als Lernende.
Der Dialogprozess ist kein Zaubermittel... und der vielleicht erste Schritt zur Besserung.
In meinen Einführungsveranstaltungen und Gruppen lege ich den Schwerpunkt auf den generativen Dialogprozess.
Das Thema/die Themen im jeweiligen Dialogprozess ergibt/ergeben sich aus den Beiträgen, zum Beispiel in der Anfangsphase, dem sog. Check-In.
Ich lege Wert darauf, dass die Teilnehmer Gewahrsein und Meditation regelmäßig üben; denn nur in einer Kontinuität entwickeln diese Haltungen ihre volle Wirksamkeit.